Am Morgen geht es früh um sieben los Richtung Safari. Afrika ohne grosse Tiere ist einfach nix. Zu viert steigen wir also in den Wagen, so eine Art Kleinbus und ein unglaublich gespächsneutraler Fahrer fährt mit uns Richtung Norden...vorbei an einem unglaublichen Gebirge und dann mitten durch. Keine Ahnung, wie der Tunnel heissen könnte, den wir mehrere Kilometer, wie mir scheint, durchqueren. Ab und zu hält Katy mich aus dem Fenster um während der Fahrt unseren Trip auf der Kamera festzuhalten. Danach werde ich wieder und wieder in die Hosentasche zurückverfrachtet. Hm..erwähnte ich schon, dass sie dauernd Angst hat, mich zu verlieren und ich darum nicht alles von unserer Reise mitbekomme? Na ja...eigentlich bin ich ja schon groß, auch wenn ich hier etwas klein erscheine.
Nach etwa einer Stunde erreichen wir unser Mini- Safari- Ziel. Jeder bekommt einen grünen Punkt aufs T-Shirt geklebt. Damit gehören wir also nun zu den "Grünen"..jaja, so schnell kann das gehen und man wird, ohne es zu ahnen, politisch. Gut, es hätte uns wirklich schlimmer treffen können. Hihi. Unser Ranger, der gerne "Chief" genannt werden möchte, begrüsst uns freundlich, und nachdem wir ein deftiges Frühstück mit Rührei und Würstchen (wer kam eigentlich auf diesen Quatsch mit den Würsten am Morgen und vor allem, wem schmeckt das wirklich?), suchen wir uns ein Plätzchen auf dem "Bock", also hoch oben auf dem Jeep. Hinter uns Frankfurter, vor uns Frankfurter... ja, darum fährt man Afrika, um endlich mal wieder ein paar Frankfurter zu treffen und die deutsche Sprache zu hören.
Aber alle hier auf dem offenen Großraumjeep sind sehr nett, und nachdem "Chief" endlich den Rückwärtsgang gefunden hat, geht es auch schon los. Wir holpern auf einem Steinpfad langsam an den ersten Tieren vorbei. Chief erzählt etwas über Gnu`s und dass er die total hässlich findet. Finde ich zwar nicht, aber egal. Zwischen den Gnu`s versteckt sich ein Tier, dessen Namen ich noch nie gehört habe. Es ist wunderschön und wenn ich mich recht entsinne...hieß es Njala..oder so...oder vielleicht doch anders??? Katy macht ein paar Fotos, und wir huppeln weiter über die Piste.Yes yes yes...mein erster freilebender Springbock. Oooops...hatten wir den nicht gestern zum Abendessen? Ich schwöre, nie mehr Springbock zu essen. Diese Tiere sind einfach wunderschön anzusehen, viel besser, als sie zu essen. Irgendwie im Kreis geht es weiter zu den Nashörnern. Ganz schön mächtig, die Jungs, aber so von oben betrachtet habe ich zwar Respekt vor den wuchtigen Riesen, aber ich fürchte mich nicht. Allerdings kann ich auch darauf verzichten, dass sie jetzt den Wagen rammen, was sie aber auch nicht tun. Weiter geht unsere Wackelpartie...hin zu den Elefanten. Es sind zwei "Boys", die zunächst am Rand des Wasserlochs stehen und sich dann zum Spielen in selbiges begeben. Einfach herrlich ihnen zuzuschauen. Der Hit..sozusagen. Ich freue mich und lande direkt wieder in Katys Hose. Man ist das ätzend. Aber so bekomme ich wenigstens keinen Sonnenbrand. Bei der Rauchpause begutachten wir die Toiletten. Sauber. Dann geht die Reise weiter. Katy findet ein Stückchen Straussenei- Rest, den ich begutachte. Er stinkt fürchterlich. So nach "frisch geschlüpft". Und schon sehen wir auch die passende Familie dazu. Tatsächlich, so erklärt uns "chief", sind die Jungen, acht an der Zahl, gestern geboren. dafür sind die aber schon ganz schön groß, auch wenn das eine noch recht wackelig auf den Füßen steht. Und so dreht die kleine Gesellschaft uns den Popo zu und hüpft von dannen. Vor uns befindet sich nun eine Antilopengruppe, von denen es Weltweit nur noch 3000 Stück geben soll. Ob das wohl stimmt? Oder meint Chief mit "der ganzen Welt" einfach nur Afrika? Man weiß ja nie. Wir fahren weiter auf eine Gruppe hoher Bäume zu. Ich sehe nichts. Ist da ein Tier? Irgendwo? Je näher wir kommen,desto mehr begreife ich, das sind Giraffen! Huch. Hab ich gar nicht gesehen. Das sind so tolle Tiere, und vor allem haben sie so wunderschöne Augen. Chief steigt vom Jeep und nimmt kleine Runde "Dinger" in die Hand. Sehen irgendwie aus wie übergroße Mandeln. Eine davon nimmt er in den Mund und spuckt sie danach im hohen Bogen aus. Wir dürfen raten, was das wohl ist. Giraffenkacke! Chief meint, da Giraffen Vegetarier seien, wäre das prima, ausserdem sei das ein Spiel..Giraffenködelweitspucken. Und das macht er dann auch mit einem mutigen, älteren Herrn, der dann auch tatsächlich gewinnt.
Dann folgt mein persönliches Highlight. Die Löwen. Zunächst sehen wir nur ein Weibchen, das gemächlich durchs Gehege schlendert. Bei näherer Betrachtung ist aber klar, dass sie sich auf dem Weg zu ihrem persönlichen Chief befindet. Wir folgen ihr und treffen auf ein verliebtes Pärchen, Löwe und Löwin. Ein wundervolle Anblick, den ich so schnell nicht vergessen werde. Waaaahnsinn. Ich war noch nie so nah an einem Löwen und wusste gar nicht, was für eine irrsinnig schöne Zeichnung diese Geschöpfe haben. Katy macht Bilder, was das Zeug hält. Sie liebt ja Anschnitte.. also Bilder, wo nicht alles drauf ist..super! Darf ich auch mal ins Bild? Danke!!!Sonst glauben ja alle, ich war gar nicht hier und das wäre doch wirklich Mist. Ich kann mich gar nicht sattsehen an diesen wundervollen Tieren. Aber was ist das? Der Typ hat doch tatsächlich zwei Ladies an seiner Seite. Scheint aber hier kein Problem zu sein, obwohl ich meine, zu erspüren, dass er die Eine lieber mag als die Andere. Von mir aus. Ich finde alle drei unglaublich, vor allem unglaublich schön. Katy kommt versehentlich sehr nah an den Zaun und schon ist das eine Weibchen da und Katy wird von einer geistesgegenwärtigen Frau zurückgezogen. Ein Arm ist schnell ab, auch wenn die drei Löwen aussehen wie Schmusekatzen. Ich bin total aufgeregt und kann meinen Blick einfach nicht abwenden. Der Löwe hat wirklich fast menschliche Züge.
Auch wenn dies nur eine Minisafari war bin ich doch hin und weg und denke noch den ganzen Abend, während der Rückfahrt zum Hotel an Löwen..Löwen..Löwen...
Euer Hannemann