Gegen Ende Dezember flog es mir nur irgendwie um die Ohren, hatte ich das Gefühl. Und wenn was schief läuft, dann doch meist auf ganzer Linie, oder?
Bei mir endete das Jahr mit dem schrecklichen Höhepunkt, dass mein kleiner Hund sich, einer Hundedame zuliebe, vor ein Auto warf, um ihre Aufmerksamkeit zu erhaschen. Aufmerksamkeit bekam er danach zwar, aber sicher nicht die, die er erwartet hatte. Nach schwerem Pfötchenbruch und noch schwereren Verletzungen wurde er am 19.Dez erfolgreich operiert und ich damit erfolgreich zur Krankenschwester erhoben. Täglicher Verbandswechsel, sowie Nachtwachen, damit er sich den Verband nicht abknibbelt, waren die Folge. So ritt ich also "Schlaflos in Berlin" ins kommende Jahr.
Weihnachten verbrachten wir sozusagen vor der Flimmerkiste in Pfötchen- Schonhaltung, und da Bello nach dem Unfall Menschen nicht mehr so wirklich mag, war der schönste Kurzspaziergang der, als sich der Weihnachtsmann für alle Kinder im Wohnzimmer einfand um die großen, leuchtenden Kulleraugen zu beschenken, das Christkind irgendwo einflog, und Moses und ich, Mutterseelenallein auf den Strassen Berlins in die Fenster guckten und er endlich mal in Ruhe sein Häufchen machen konnte. Fröhöliche Weihnacht überall. Bei den Tierärzten hielt ich meinen Hund beim Verbandswechsel in den Armen und sang ihm zur Beruhigung ins Öhrchen, und so kamen auch die beiden tollen Ärztinnen aus Berlin in den Genuss von Weihnachtsmusik, direkt aus Karrenbauers Kehle. Jaja.
Komischerweise fielen mir eine ganze Menge ein, und als Moses seine ersten und letzten Schneeflocken zwischen den Jahren erlebte, da hatte ich auch dort die passenden Verse auf den Lippen. Natürlich wurde wild dazugedichtet, damit Moses sich auch gemeint fühlte. So zum Beispiel das sich nicht reimen wollende Schlaflied: "schlaf, Moses, schlaf. Dein Vater ist ein Briard. Deine Mutter ist Dalmatinerin, Gott sei Dank keine Wienerin, schlaf Moses schlaf!" (Sorry, nichts gegen die Wiener...) Ich will damit sagen, dass wir, trotz der tragischen Situation, viel gelacht haben. Mittlerweile geht es dem Dreibeinigen wieder besser und er hat sogar ein sehr kreatives und neues Spiel erfunden. Er schleppt seit Tagen sein Körbchen durch die Wohnung, immer hinter mir her, und legt sich darin und immer in meiner Nähe ab. Und so hört man mich nicht mehr fragen:"wo ist denn dein Bällchen ?"...sondern : "wo ist denn dein Bettchen??", falls er es mal grade irgendwo vergessen hat.
Nun gut. Ich bin inzwischen 44ig geworden, das Jahr hat sich raus- oder reingeballert und gefeiert, was mein Hund von seinem Bettchen in meinem Bett aus mit Blick in den Himmel und ohne einen Mucks zur Kenntnis genommen hat. Kluges Tier!
Wir sind also gut reingekommen.
Und so wünschen wir allen ein gesundes, tolles, neues Jahr voll schöner Überraschungen und ich denke, dass ich Euch alsbald wieder mit vielen netten, kleinen Geschichten unterhalten werde.
Bis dahin, machts gut und lasst Euch nicht unterkriegen!!!
Herzlichst,
eure Katy